NarrenvereinigungGebrazhofen e.V.

Seit 1946

Unsere Geschichte

Wie aus schnorrenden Kindern, einem zugezogenen Stuttgarter und einem Spitznamen eine der eigenständigsten Fasneten des Allgäus wurde.

Der Anfang

„Nie wieder Krieg, lieber emmer Fasnet“

Lange Zeit bot sich in Gebrazhofen in der Fasnet dasselbe Bild wie in vielen anderen Gemeinden: Maskierte Kinder tummelten sich auf der Straße und kamen an die Haustüre, um zu „schnorranten“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich dieses Bild. 1946 zog der gebürtige Stuttgarter Friedrich Geigle nach Gebrazhofen. Die ortsansässige Fasnet war ihm zu wenig, und er beschloss, sie zu beleben. Ohne die schriftliche Genehmigung der französischen Besatzung veranstaltete er einen Ball, bei dem er mit drei Freunden das gesamte Programm bestritt. Ärger und Misstrauen gegenüber dem „Reing'schmeckten“ waren damit vorprogrammiert – aber auch das Interesse der Bürger erwachte.

Geigle ließ sich von den Widerständen nicht beirren und gestaltete die Gebrazhofer Fasnet weiter in seinem Sinne. Das und sein Wahlspruch „Nie wieder Krieg, lieber emmer Fasnet, Fasnachtsbutzen aller Länder vereinigt Euch!“ trugen ihm den Spitznamen Dickkopf ein – den Namen, der heute für das ganze Dorf steht.

Dickkopf-Häs der Narrenvereinigung Gebrazhofen

Zeitstrahl

Die Jahre, an denen man es festmachen kann

  • 1946

    Ein Ball ohne Genehmigung

    Friedrich Geigle zieht nach Gebrazhofen und richtet mit drei Freunden den ersten Ball aus. Das Programm bestreiten sie zu viert.

  • Ende der 1940er

    Die ersten Dickköpfe

    Einen Maskenschnitzer findet Geigle nicht, finanzielle Hilfe bekommt er von keiner Seite. Also kauft er aus eigener Tasche zwei übergroße Pappköpfe. Über seine Verbindungen zu den Salzburger Festspielen erhält er ausgemusterte Kostüme dazu. Im Lauf der Jahre kommen zwanzig weitere Masken hinzu – die Dickköpfe sind geboren.

  • 1969

    Gründung der Narrenvereinigung

    Aus der losen Truppe wird ein Verein. Mit der Gründung entsteht ein neues Dickkopf-Häs – und die Gebrazhofer drehen den Spieß um: Ausgerechnet die Originale, die Geigle einst als Dickkopf bezeichnet hatten, dienen als Modell und sind seither in den Masken verewigt.

    Im selben Jahr werden die Blumennarren geschaffen, geschnitzt aus Lindenholz.

  • 1976

    Der Wintergeist kommt dazu

    Eine Einzelmaske, teils gefällig, teils unwirsch – mit Kuhhörnern, Kotze und der Tafel mit dem Schneewolkengesicht.

  • 1986

    Waasenmoosmale und -weible

    Die jüngste Maskengruppe. Sie holt das Moor vor den Toren des Dorfs in die Fasnet zurück – eines der letzten Moorgebiete der Gegend.

  • 2019

    50 Jahre – bewusst wie in alter Manier

    Statt eines pompösen Jubiläums feiern die Gebrazhofer im alten Stil. Über 2.200 Hästräger aus 59 Zünften ziehen durch den Ort. Geehrt werden unter anderem die Gründungsmitglieder Herbert Mayer, Heinz Reich und Egon Rauch.

  • Heute

    Vier Häser, ein Narrenruf

    Die Narrenvereinigung ist Mitglied im Alemannischen Narrenring und mit Dickköpfen, Blumennarren, Wintergeist und Waasenmoos bei Umzügen in der ganzen Region unterwegs.

Weiterlesen

Jedes Häs hat seinen eigenen Hintergrund

Warum der Fuchsschwanz für Schläue steht, was die vier Schellen am Bauchgurt vertreiben sollen und warum eine Maske zwei Gesichter hat.